5 Gründe, warum Paare häufig über Geld streiten und wie die Lösungen aussehen.

„Die zwei häufigsten Dinge, um die sich Paare streiten sind, Zeit und Geld. Kaum einer teilt gerne das, wovon er glaubt, selbst nicht genug zu besitzen. Ein Dilemma, das viele Beziehungen prägt.“

Mashaal Omary

Als Paartherapeutin erlebe ich oftmals, wie sich das Thema „Geld und Finanzen“ in Partnerschaften zu einem der häufigsten Streitpunkte entwickelt.

Geld ist nicht nur ein Mittel, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern hat auch tiefe, emotionale und psychologische Auswirkungen auf unsere Beziehungen.
Geld bedeutet „Unabhängigkeit“ und sorgt zudem für das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Wenn wir jedoch in unserer Partnerschaft finanzielle Ängste oder Unsicherheiten aushalten müssen, kann dies Spannungen in der Beziehung verursachen.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Paare oft über Geld streiten und erhältst hilfreiche Tipps, wie man diese Konflikte erfolgreich bewältigen kann.

Unterschiedliche Einkommen

Wenn ein Partner mehr verdient als der andere, kann dies zu einem Ungleichgewicht in der Beziehung führen. Manchmal entsteht eine toxische Dynamik, indem ein Partner seine finanzielle Überlegenheit als Macht- und Kontrollinstrument benutzt.

Auslöser sind meist auch Arbeitsausfälle durch die Elternzeit und die Betreuung des Kindes. Dies kann zu einem Gefühl der Abhängigkeit bei der anderen Person führen und somit eine Paarkrise auslösen.

Eine gerechte Aufgabenteilung wie z.B. im Haushalt, ein gemeinsames Konto und auch das Entwickeln einer wertschätzenden Haltung gegenüber dem Partner, der aufgrund anderer Bedingungen weniger verdient, ist unerlässlich.

Uneinigkeit über die Einteilung des Geldes

Ein häufiger Auslöser für Geldstreitigkeiten ist, dass jeder in der Partnerschaft ganz unterschiedliche Ansichten über den Zweck von Geld hat. So kann zum Beispiel ein Partner sparsam sein, während der andere eher großzügig ist. Häufig wird dann über das ‚verschwenderische Konsumverhalten‘ des einen oder den ‚Geiz‘ des anderen gestritten. Die Lösung besteht darin, offen über die eigenen finanziellen Werte und Ziele zu sprechen.
Getrennte Konsumkonten sollten dringend geführt und beibehalten werden.

Finanzielle Geheimnisse

Das Verheimlichen von Krediten, Privatschulden oder auch anhaltende Geldsorgen können das Vertrauen in einer Beziehung beschädigen. Offenheit und Ehrlichkeit, sowie regelmäßige Gespräche über Budgets, Ausgaben und mögliche Sparziele sind jetzt wichtig.

Die Verantwortung was die Tilgung von Krediten angeht, sollte immer vom Schuldner selbst übernommen werden. Ich rate zudem davon ab in einer Partnerschaft, Geld zu verleihen. Dies sorgt meist für Konflikte und das Gefühl, nicht auf Augenhöhe mit dem Partner zu sein.

Entscheidet sich jemand dafür großzügig zu sein und das Geld zu verschenken, sollte dies in Konfliktsituationen nicht als Druckmittel genutzt werden.

Verschiedene Prioritäten

Geld kann mit individuellen Wertvorstellungen und der persönlichen Identität in Verbindung gebracht werden.

Weit verbreitete Irrglauben sind nach wie vor:
Wer mehr Einkommen nach Hause bringt, hat den wichtigeren Job oder ist gesellschaftlich anerkannter als jemand, der weniger Lohn erhält. Wenn beide Partner nun aufgrund der Höhe ihres Einkommens unterschiedliche finanzielle Prioritäten haben, kann dies zu Konflikten führen. Vielleicht legt einer von beiden bereits sein Geld für eine eigene Immobilie an, während der andere für die längst fällige Reparatur des Autos spart.

Um finanzielle Harmonie zu erreichen, ist es wichtig, gemeinsame Ziele zu vereinbaren und Kompromisse bei den Prioritäten einzugehen.

Mangelnde finanzielle Bildung

Unterschiedliche finanzielle Erfahrungen und die materielle Versorgung, die wir in unserer Kindheit erlebt haben, spielen im späteren Erwachsenenalter eine große Rolle im Umgang mit Geld. Beide Partner sollten sich bemühen, ihre finanzielle Bildung zu verbessern, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Hierzu gibt es zahlreiche Podcasts oder auch social media Kanäle, die für mehr Aufklärung und Weiterbildung im finanziellen Bereich sorgen können.

Schlusswort

Das Gefühl von finanzieller Sicherheit ist sehr individuell und durch unsere bisherigen Erfahrungen geprägt.
Die Lösung besteht oft darin, offen über Geld zu sprechen, gemeinsame finanzielle Ziele festzulegen und eine klare Planung zu erstellen.

Hilfreich ist es, getrennte (Konsum-)Konten für bestimmte Ausgaben zu führen und gemeinsame Sparziele zu vereinbaren.
Eine wichtige Erkenntnis ist zudem, dass Geldkonflikte oft auf emotionale und psychologische Faktoren zurückzuführen sind.
Paare können von einer offenen und einfühlsamen Kommunikation profitieren, um ihre jeweiligen wunden Punkte zu verstehen und gemeinsame Lösungen für einen gesunden Umgang mit Geld zu entwickeln.

Wenn die Konflikte schwerwiegender sind, kann die Unterstützung eines Paartherapeuten oder eines Finanzberaters hilfreich sein.

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