Werden deine Bitten ignoriert? Sieben Tipps für mehr Verständnis

„In einer Beziehung ist Ignoranz die lauteste Form des Schweigens.“

Mashaal Omary

Wir alle haben von Geburt an das Grundbedürfnis danach gehört und gesehen zu werden.

In einer Partnerschaft haben wir den Wunsch uns jederzeit mit unseren Bedürfnissen, Bitten oder Anliegen an unseren Lieblingsmenschen wenden zu können. Wir hoffen dann auf ein offenes Ohr, Verständnis oder auch eine liebvolle Reaktion. Doch was geschieht, wenn unser Partner nicht auf diese Bitten reagiert? Dieses Phänomen kann für viele von uns verwirrend und auf Dauer sehr frustrierend sein.

Weshalb dein:e Partner:in nicht auf deine Bitte eingeht oder diese vielleicht nicht ernst nimmt, kann unterschiedliche Gründe haben. Hier erfährst du einige mögliche Ursachen.

Fehlende Klarheit: Es kann sein, dass deine Bitte nicht klar formuliert ist oder dein:e Partner:in nicht genau versteht, was du von ihm/ihr erwartest.

Mangelnde Sensibilität: Manchmal kann es sein, dass dein:e Partner:in sich nicht bewusst ist, wie wichtig deine Bitte für dich ist oder nicht versteht wie sehr sie dich belastet.

Persönliche Differenzen: Es kann sein, dass dein:e Partner:in einfach andere Prioritäten hat oder dass eure Werte und Vorstellungen nicht übereinstimmen.

Eingeschränkte Ressourcen: Vielleicht ist dein:e Partner: in aus verschiedenen Gründen aktuell nicht in der Lage deiner Bitte nachzukommen. Zeit-, Energie- oder finanzielle Probleme könnten ihn/sie an einer adäquaten Problemlösung hindern.

Destruktive Konfliktverläufe: Möglicherweise überwiegen in eurer Beziehung negative Kommunikationsmuster, die dazu führen, dass dein:e Partner: in deine Bitten nicht ernst nimmt oder aufgrund aufgestauter Wut/Frust darauf aktuell nicht eingehen kann.

Machtinstrument: Vielleicht bist du mit jemanden zusammen, der/die deine Bitten und Wünsche ganz bewusst ignoriert, um das Gefühl von Macht und Kontrolle zu erlangen. Falls du das Gefühl hast, dass dies ein möglicher Grund ist, solltest du dich umgehend an deine Freunde, Familie oder an eine:n Paartherapeut:in wenden.

Es gibt ein paar Techniken und Strategien, die dir dabei helfen können, wenn du deine:n Partner:in um etwas bitten möchtest, das dir wichtig ist:

Sieben Tipps für mehr Verständnis in der Partnerschaft

  1. Überprüfe deine Erwartungen: Stelle sicher, dass deine Bitten realistisch und angemessen sind. Wenn du beispielsweise von deinem/deiner Partner:in erwartest, dass er/sie seine Gewohnheiten oder Überzeugungen ändert, kann es schwieriger sein, eine positive Reaktion zu erhalten.
  2. Wähle den richtigen Zeitpunkt: Es ist wichtig, das Thema anzusprechen, wenn dafür genug Zeit ist. Nur wenn ihr entspannt und ungestört seid, könnt ihr alles in Ruhe besprechen.
  3. Nutze „Ich“-Botschaften: Diese vermeiden Schuldzuweisungen und ermöglichen es dir, deine eigene Perspektive zu teilen. Bedürfnisse und Wünsche können so ausgedrückt werden, ohne deine:n Partnerin anzugreifen oder ihm/ihr Vorwürfe zu machen.

Hier sind einige Tipps, wie du „ICH-Botschaften“ formulieren kannst:

Vermeide Pauschalisierungen und Aussagen wie: „Du machst immer …“ oder „Du bist nie…“, „Du bist ständig…“ Dies kann dazuführen, dass dein:e Partnerin in den Rechtfertigungs- und Angriffsmodus übergeht.
Die mögliche Folge: Eskalation statt gegenseitiges Verständnis.

Beschreibe deine Beobachtung – ganz sachlich: “ Ich sehe, dass die Spüle vollsteht…“
„Ich sehe, du schaust gerade auf dein Handy…“, „Ich merke, dass du mir nicht in die Augen schaust…“
Konzentriere dich auf deine Gefühle: Beginne deine Aussage mit „Ich fühle mich…“ oder „Ich empfinde Trauer/ Enttäuschung/ Frust, über..

Benenne dein Bedürfnis: “ Es ist mir wichtig, dass… weil ich Zeit mit dir verbringen möchte.“ „Es bedeutet mir viel, dass…, damit ich…“ „Wenn das Problem gelöst wird, kann ich…, weil ich mich dann sicher fühle.“

Äußere dein Anliegen, als Wunsch: … und ich mir deshalb, deine Unterstützung/ Aufmerksamkeit wünsche.“
Einfaches Beispiel: „Ich sehe, dass der gestrige Abwasch noch in der Spüle steht. Ich fühle mich unwohl, weil ich dadurch nicht entspannen kann. Es ist wichtig für mich in einer sauberen Küche zu kochen. Könntest du mir helfen und schnell abspülen, damit ich gleich was leckeres für uns kochen kann?“

  1. Betone die positiven Aspekte deiner Bitte, anstatt dich auf die negativen zu konzentrieren. Zeige deinem/deiner Partner:in auf, wie seine/ihre Unterstützung dir helfen kann und was es für eure Beziehung bedeuten würde.
  2. Verwende positive Verstärkung: Wenn deine Partner:in deiner Bitte nachkommt, dann bestärke ihn/sie mit positiven Rückmeldungen. Lob und Dankbarkeit können dabei helfen, dass deine Partnerin auch in Zukunft bereit ist, dir zu helfen.
  3. Nutze Kompromisse: Gehe mit deinem/deiner Partnerin in einen Dialog und suche gemeinsam nach Kompromissen. Vielleicht gibt es eine alternative Lösung, die euch beiden hilft und zufrieden stellt.
  4. Zeige Vertrauen und bleibe zuversichtlich: Wenn du deinem/deiner Partner: in eine Bitte anvertraust, zeigst du damit auch dein Vertrauen. Lass deine:e Partnerin wissen, dass du ihm/ihr vertraust und dass du weißt, dass er/sie dein Anliegen ernst nehmen wird.

Schlusswort

Bitte sprich auch mit deinem/deiner Partner:in darüber, was er/sie braucht, um deine Bitten und Wünsche besser wahrnehmen und umsetzen zu können. „Ich-Botschaften“ wirken zunächst sehr kompliziert, sind aber mit etwas Übung und Geduld im Beziehungsalltag leicht umsetzbar.
Denk dran: Eine gesunde Beziehung basiert auf gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Unterstützung.

Feel loved
Mashaal

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