Toxische Beziehung – Gift für die Seele

„Wenn man darüber nachdenkt, ob die eigene Beziehung toxisch ist, ist sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits.“

Mashaal Omary

Toxische Beziehungsmuster haben einen sehr großen Einfluss auf unser Leben und unsere Seele. Schleichend vergiften sie unsere emotionale und mentale Gesundheit, machen uns im schlimmsten Fall sogar krank.

In diesem Artikel werden wir uns intensiv mit dem Konzept der „Toxischen Beziehung“ auseinandersetzen, ihre charakteristischen Merkmale beleuchten und ich zeige dir Wege auf, wie du dich aus diesem negativen Bindungsmuster befreien kannst.

Definition „Toxische Beziehung”*

Eine toxische Liebe ist von kontrollierendem, unsicheren und manipulativen Verhaltensweisen geprägt. Menschen, die sich in toxischen Beziehungen befinden, leiden meist psychisch als auch physisch unter den Bedingungen. Toxische Liebe ist eine Beziehung, die nicht auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert, sondern von einer Person dominiert wird, um seine/ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Toxische Beziehungen können in familiären (Elternschaft), freundschaftlichen oder beruflichen Kontexten vorkommen.

*Beachte: „Toxische Beziehung“ ist kein fundierter psychologischer Begriff. Es beschreibt lediglich negative Verhaltens- und Kommunikationsweisen innerhalb einer Beziehung.

Checkliste – 10 Anzeichen einer toxischen Beziehung

  1. Du fühlst dich gestresst oder angespannt, wenn du mit dieser Person zusammen bist.
  2. Du fühlst dich manipuliert oder kontrolliert von deinem/deiner Partner:in.
  3. Du fühlst dich häufig kritisiert oder abgewertet von deinem/deiner Partner:in.
  4. Du hast das Gefühl, dass deine Bedürfnisse und Wünsche nicht respektiert oder berücksichtigt werden.
  5. Du hast das Gefühl, dass du dich verändern musst, um deinem/deiner Partner:in zu gefallen oder um die Beziehung aufrecht zu erhalten.
  6. Du wirst beschuldigt und verantwortlich gemacht, wenn es deinem/deiner Partner:in schlecht geht.
  7. Du fühlst dich isoliert von deinen Freunden und deiner
    Familie.
  8. Du hast Angst, dich von deinem/deiner Partner:in zu trennen oder dich ihm/ihr zu widersetzen.
  9. Deine psychische oder körperliche Gesundheit leidet unter der Beziehung.
  10. Deine Freiheit und Autonomie werden eingeschränkt oder kontrolliert.
Weitere mögliche Anzeichen einer toxischen Beziehung

Wiederkehrende Konflikte:
Beziehungsprobleme werden (beidseitig) auf destruktive und respektlose Weise behandelt. Es ist oftmals keine Einsicht oder Veränderung des negativen Verhaltens vorhanden.

Missbrauch:
Jede Form von körperlichen oder emotionalen Missbrauch ist ein klares Anzeichen für eine toxische Beziehung.

Krankhafte Eifersucht und Dominanz:
Wenn der/die Partner:in extrem eifersüchtig ist und versucht, den/die anderen zu kontrollieren, könnte dies ein Anzeichen für eine toxische Beziehung sein.

Bestrafung durch „Silent Treatment“:
Der/Die Partner:in ignoriert mit Absicht die Anwesenheit des/der anderen. Man wird mit Nicht-Beachtung bestraft.
Teilweise kann sich diese negative Verhaltensweise über Tage-und Wochen hinziehen.

Ungesunde Abhängigkeit:
Wenn emotionale oder finanzielle Abhängigkeit vom anderen besteht, diese ausgenutzt wird oder damit erpresst wird, deutet das auf eine toxische Beziehung hin.

Ursachen einer toxischen Partnerschaft

Traumata:
Menschen, die in ihrer Kindheit oder in früheren Beziehungen traumatische Erfahrungen erlebt haben, wiederholen unbewusst diese Erlebnisse in ihren späteren Erwachsenenbeziehungen.
Durch die vorherigen Prägungen können sie möglicherweise keine gesunden Beziehungsmodelle erkennen und leben.

Geringes Selbstwertgefühl:
Menschen mit geringem Selbstwertgefühl denken oftmals unbewusst, keine liebevolle Beziehung zu verdienen. Das Gefühl nicht „wertvoll, liebenswert oder nicht gut genug“ zu sein, beeinträchtigt die Wahrnehmung bzgl. der auftretenden Grenzüberschreitungen.

Unausgeglichene Machtverhältnisse:
Wenn eine Person emotional oder finanziell von ihrem Partner abhängig ist, kann sie sich in einer toxischen Beziehung gefangen fühlen, da sie glaubt, dass sie ohne den Partner nicht überleben kann.

Verlustangst:
Menschen mit Verlustangst können ein höheres Kontrollbedürfnis in der Partnerschaft aufzeigen und die Freiheit des/der anderen damit beschneiden.

Folgen einer toxischen Beziehung

Emotionaler Stress:
Eine toxische Beziehung kann zu hohem emotionalen Stress führen, einschließlich Angstzuständen, Depressionen und Panikattacken.

Niedriges Selbstwertgefühl:
Wenn jemand in einer toxischen Beziehung ist, kann dies langfristig zu einem geringen Selbstwertgefühl und mangelndem Selbstvertrauen führen.

Körperliche Symptome:
Toxische Beziehungen können auch körperliche Symptome verursachen wie z.B. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Problemen.

Isolation:
Toxische Beziehung können zu Isolation und Rückzug von Freunden und Familie führen. Aus Angst wird dem/der Partner:in auf „Me-Time“ verzichtet oder man glaubt, dass niemand einem aus der Situation helfen kann.

Gewalt:
In manchen Fällen kann eine toxische Beziehung auch zu Gewalt führen, insbesondere wenn der/die Partner:in versucht, Kontrolle zu gewinnen oder zu behalten.

Toxische Beziehung & das innere Kind

Das innere Kind ist ein psychologisches Konzept, das sich auf den Teil unserer Persönlichkeit bezieht. Unser inneres Kind drückt emotionale Bedürfnisse und Empfindungen aus. Es ist das Kind in uns, das noch immer nach Liebe, Geborgenheit und Aufmerksamkeit sucht. Eine toxische Beziehung kann das innere Kind triggern und schädigen, wenn schon einmal die negative Erfahrung gemacht wurde, von den Bindungspersonen nicht akzeptiert und wertgeschätzt zu werden. In einer toxischen Beziehung werden diese Bedürfnisse erneut nicht erfüllt.

Stattdessen kann das innere Kind misshandelt, ignoriert oder abgelehnt werden. Dies kann zu einem Gefühl von Traurigkeit, Einsamkeit, Angst oder Wut führen.

Folglich führt das dazu, sich selbst zu verleugnen und die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren, um die Beziehung aufrechtzuerhalten.

Ein Verlust der Selbstachtung und des Selbstvertrauens ist das Resultat. Es ist wichtig, die Auswirkungen einer toxischen Beziehung auf das innere Kind zu erkennen und ggf.

Maßnahmen durch Hilfe einer Psychotherapie zu ergreifen, um es zu schützen. Durch die Arbeit mit dem inneren Kind kann man lernen, sich selbst zu akzeptieren und emotionale Bedürfnisse zu erfüllen, um eine gesunde Beziehung mit sich selbst und anderen aufzubauen.

Kann sich ein toxisches Beziehungsmodell verändern?

Ein:e toxische:r Partner:in kann Schwierigkeiten haben, sein/ihr eigenes Verhalten zu erkennen oder zu akzeptieren, da das Verhalten oft tief in das eigene Persönlichkeitsmuster verwurzelt ist.

Es hängt von der Person und der Schwere des toxischen Bindungsmusters ab. Einige toxische Partner:innen erkennen möglicherweise, dass ihr Verhalten problematisch ist und bemühen sich, es zu verändern.

Andere sind jedoch nicht bereit oder in der Lage, ihr Verhalten zu erkennen und daran zu arbeiten. Oftmals reagieren toxische Partner:innen auf Kritik mit Verleumdung und Schuldumkehr.

Verinnerliche, dass es nicht deine Aufgabe ist, deine:n Partner:in zu ändern oder dich für sein/ihr Verhalten zu rechtfertigen. Stehe für deine Bedürfnisse und Grenzen ein. Es kann notwendig sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen oder die Beziehung zu beenden, um deine eigene Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten.

Schlusswort

Eine toxische Beziehung zu führen kann sehr belastend und schmerzhaft sein.

Es fällt nicht immer leicht, die eigene Stärke und den Mut aufzubringen, um sich von einer solchen Beziehung zu lösen. Suche Unterstützung von Freunden, Familie oder Fachleuten, um deine Bedürfnisse zu erfüllen und deine Gesundheit wiederherzustellen.

Es ist nie zu spät, um sich von einer toxischen Beziehung zu lösen und eine gesunde Beziehung mit dir selbst und anderen aufzubauen. Du verdienst Liebe und Respekt. Gib niemals auf und vertraue darauf, dass du die Stärke hast, um eine positive Veränderung in deinem Leben herbeizuführen.

Feel loved
Mashaal

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