Verlustangst – Bist du selbst davon betroffen?

„Wer ständig damit rechnet sein Liebesglück zu verlieren, wagt es nicht von einer gemeinsamen Zukunft zu träumen.“

Mashaal Omary

In diesem Beitrag werden wir einen Blick auf die Verlustangst werfen. Du erfährst wie sie sich in zwischenmenschlichen Beziehungen manifestiert und auswirkt, welche Ursachen zur Verlustangst führen und wie man sie schlussendlich überwinden kann.

Anzeichen von Verlustangst

Unkontrollierte Sorgen:
Die Angst eine wichtige Bezugsperson oder Sache zu verlieren, führt zu ständiger Anspannung. Man durchlebt häufige (unrealistische) Gedankenspiralen.

Bindungsangst:
Die Verlustangst kann aus einer Bindungsangst bzw.
Störung resultieren. Emotionale Bindungen lösen oftmals die Angst verlassen oder verletzt zu werden aus. Dies führt häufig dazu, dass Betroffene Kontakte vermeiden, keine Verpflichtungen eingehen oder Bindungen plötzlich abbrechen.

Übermäßiges Kontrollbedürfnis:
Menschen mit ausgeprägter Verlustangst kontrollieren den/die Partner:in bei alltäglichen Situationen, um das Gefühl von Sicherheit zu bekommen. Ein häufiger Fehlgedanke der Betroffenen lautet „Ich habe alles im Griff. Ich kann nichts verlieren.”

Ursachen von Verlustangst

Psychotherapeut:innen betrachten Verlustangst als eine Form der Angststörung, die mit anderen Störungen wie der generalisierten Angststörung oder der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) verbunden sein kann. Die Entstehung von Verlustangst kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden:

Kindheitstraumata:
Scheidung der Eltern, Verlust durch Todesfall der Bindungspersonen, mangelnde Geborgenheit und Zuwendung durch Bezugspersonen, häufige Umzüge, Prägung durch überängstliche und rigide (strenge) Erziehungsmethoden, Übernahme der Weltanschauung der Bezugspersonen „Die Welt und die Menschen sind gefährlich“, Mobbingerfahrungen.

Soziokulturelle Faktoren:
Familien mit traditioneller Orientierung können bei Familienangehörigen Verlustängste entwickeln.

Biologische Faktoren:
Vererbte Verlustangst (Genetische Disposition), psychische und/oder körperliche Erkrankungen.

Transgenerationale Traumata:
Familienmitglieder haben schwere Traumata (Armut, Mord, Krieg, Verfolgung, sexuelle Übergriffe) erlitten und vererben diese negativen Erfahrungen und Emotionen unbewusst von einer Generationen an die Nächste weiter.

Persönliche Erfahrungen:
Verlust durch Trennung des/der Langzeitpartner:in, Betrug in der Partnerschaft, beruflicher Misserfolg oder das Gefühl von Verrat, emotionale und/oder wirtschaftliche Abhängigkeit.

Wie überwindet man Verlustangst?

Ängste wahrnehmen und akzeptieren:
Betroffene sollten körperliche Symptome wie Angstzustände, Panikattacken, Schlafstörungen, Depressionen oder einer allgemeinen Verschlechterung der Lebensqualität wahrnehmen. Das Bewusstsein über mögliche Ängste ist nicht immer zum Nachteil, sondern kann für eine Heilung und sinnvolle Verhaltensstrategien für zukünftige gesunde Beziehungen sorgen.

Entspannungstechniken:
Klopfmethoden, autogenes Training (Atemtechniken) oder auch Yoga können die Symptome von Verlustangst reduzieren.

Veränderung des Denkens:
Negative Selbstprophezeiungen führen zu negativen Ergebnissen. Durch positive Glaubenssätze wie zum Beispiel „Ich bin liebenswert“ oder auch liebevollen Selbstgesprächen können Betroffene ihre Gedanken auf eine positive Weise zu ihren Gunsten verändern.
Sprache ist heilsam.

Emotionale Weiterentwicklung:
Es ist eine große Portion Mut erforderlich, um sich auf neue Bindungen einzulassen und Nähe zuzulassen. Es ist wichtig, mögliche auftretende Ängste schrittweise auszuhalten, diese dem/der neuen Partner:in zu benennen und Unterstützung anzunehmen. Die Erfahrung, Ängste (gemeinsam) durchzustehen, kann eine neue sehr heilsame Erfahrung für Betroffene darstellen.

Medizinische und psychotherapeutische Unterstützung

Falls dich die Symptome im Alltag beeinträchtigen und niederschwellige Entspannungsmethoden nicht mehr zur Stressregulierung beitragen, solltest du psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen. Je nach Schwere der Symptome, kann eine kognitive Verhaltenstherapie in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung den Umgang mit Angstauslösern verbessern. Es ist hilfreich, sich von bedrückenden Situationen oder auch belastenden sozialen Kontakten zu lösen, um die Symptome von Verlustangst zu reduzieren und das Wohlbefinden insgesamt zu verbessern.

Verlustangst sollte von jedem/jeder Einzelnen ernst genommen und damit gesellschaftlich enttabuisiert werden.

Schlusswort

Liebe bedeutet, sich emotional zu öffnen. Auch wenn es Angst macht, jemanden in seine Gefühlswelt einzuladen, lohnt es sich seinen Schutzmantel auszuziehen.
Sich verletzlich zu machen, gibt uns die Möglichkeit zu fühlen und schlussendlich wahre Liebe zu empfangen.

Verlustangst ist leider oftmals das Ergebnis von Momenten, die uns auf schmerzhafte Weise überfordert haben. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit den Ursachen der Angst, gelingt es dir negative Erlebnisse aus der Vergangenheit aufzulösen. Ich wünsche dir, dass dich in Zukunft vor allem liebevolle Momente berühren.

Feel loved
Mashaal

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