Warum empfinden wir Eifersucht?

„Die Eifersucht gehört nicht immer zur Liebe, jedoch zu den dunklen Facetten unserer Gefühlswelt.“

Mashaal Omary

Das Gefühl von Eifersucht ist ein Phänomen, dass beinahe jeder schon einmal im Laufe seines Lebens erfahren hat. Eifersucht kann aus verschiedenen Gründen und in unterschiedlichem Ausmaß auftreten – von harmlosen Momente des Misstrauens bis hin zu ernsthaften Tobsuchtsanfällen. Manche glauben, dass Eifersucht ein Ausdruck von Liebe ist. Andere halten sie für das pure Gift für jede gesunde Partnerschaft.

In diesem Artikel befassen wir uns mit den Ursachen und den Auswirkungen von Eifersucht. Zudem zeige ich dir Bewältigungsstrategien von krankhafter Eifersucht auf.

Was sind mögliche Ursachen von Eifersucht?

Verlustangst kann aufgrund bisheriger Erfahrungen in zwischenmenschlichen Beziehungen entstehen: Schmerzhafte Trennungserfahrungen von Bezugspersonen in der Kindheit, Enttäuschungen in der Partnerschaft z.B. der/die Ex ging fremd oder vermittelte einem durch destruktives Konfliktverhalten das Gefühl ersetzbar/austauschbar zu sein.

Aber auch Ghostingerlebnisse, Vertrauensbrüche in Freundschaften oder der plötzliche Tod eines Elternteils/des/der Ex-Partner:in können Auslöser für Eifersuchtsgefühle & Verlustangst sein.

Evolutionsbedingte Gründe für Eifersucht 

Aus biologischer Sicht machte Eifersucht Sinn:

Ein eifersüchtiger Mann – so die Theorie – hält Rivalen von seiner Frau fern, kann sich somit fortpflanzen und seine Gene weitergeben. Wenn Nachwuchs gezeugt wird, schützt seine Eifersucht auch davor, dass die Partnerin weitere Kinder mit einem Rivalen zeugt und im worst case seine Kinder – also, seine Gene – vernachlässigt.

Bei Frauen gehen Evolutionspsychologen davon aus, dass sie den Erzeuger ihrer Kinder dauerhaft emotional an sich binden möchten, damit er sie und die Kinder langfristig versorgt. Frauen reagieren deshalb auch sensibler auf Hinweise über die Gefühle des Partners für andere Frauen – ihre Existenz ist schließlich bedroht.

Gesunde Eifersucht vs. krankhafte Eifersucht 

Das Gefühl der „reaktiven Eifersucht“ kennen die meisten von uns. Ein konkreter Anlass sorgt hierbei für Verwirrung. Ein Fremdflirt des Partners, vermehrtes Interesse an dem neuen Kollegen oder das plötzliche Auftauchen des Ex-Partners, der erneut Interesse zeigt – all das kann für Verlustängste sorgen. Eine Auswertung der Fakten mit dem Partner schafft wieder Orientierung und sorgt für klare Verhältnisse.

Bei der krankhaften/misstrauischen Eifersucht verfängt man sich hingegen in eine Phantasie. Es gibt keinen realen und konkreten Anlass zur Eifersucht.

Die Gedanken „spinnen“ sich immer weiter in ein Netz aus Fremdgeh-Horrorszenarien. Menschen, die unter krankhafter Eifersucht leiden, besitzen oftmals ein sehr geringes Selbstwertgefühl und glauben dem Partner eigentlich nicht „würdig“ zu sein.

Der richtige Umgang mit der eigenen Eifersucht

Selbstsabotage stoppen: Hinterfrage eigene Gedanken, Projektionen und Ängste. Gibt es einen tatsächlichen Grund und Anlass zur Eifersucht?

Führe ggf. ein Tagebuch, indem du deine Gedanken und Ängste beschreibst. In welchen Situationen grübelst du mehr? Was tut dir in diesen Momenten gut und was stabilisiert dich? Stelle dir folgende Fragen:

  • Was kann ich unabhängig von der Anerkennung anderer tun, um mein Selbstbewusstsein zu steigern und mich sicher zu fühlen?
  • Was oder wer kann mich dabei unterstützen, mich nicht mehr selbst mit schlimmen Gedanken zu bestrafen?
  • Sprich mit deinem Partner über deine Verlustängste und Sorgen. Vertrauen ist die Basis einer stabilen Liebesbeziehung. Der offene gemeinsame Austausch stärkt die Bindung und das Verständnis füreinander.

Der richtige Umgang mit einem eifersüchtigen Partner

Zuhören, Verständnis zeigen – aber nicht kontrollieren lassen:

Bei einem eifersüchtigen Partner steht auch hier die Frage im Raum: Gibt es einen realen Anlass zur Eifersucht? Sich mit den Verlustängsten und den Sorgen des Partners auseinanderzusetzen ist für eine liebevolle Beziehung Grundvoraussetzung. Ist der Partner aber krankhaft eifersüchtig, macht einem z.B. zunehmend Vorwürfe oder überschreitet emotionale Grenzen durch auferlegte Verbote und Regeln, darf man hier auf keinen Fall nachgeben. Indem man einlenkt oder sich – ohne nachvollziehbaren Grund entschuldigt, verstärkt sich krankhafte Eifersucht und der Partner könnte sich im Recht sehen.

Schlusswort

Die Liebe ist vergleichbar mit einer zarten Pflanze.

Sie wächst, wenn Bedürfnisse richtig eingeschätzt und gestillt werden.

Toxische Einflüsse wie destruktive Verhaltensweisen hindern die Liebe aber am Gedeihen oder zerstören sie im schlechtesten Fall. Eine kleine Portion Eifersucht kann die Leidenschaft in einer eingeschlafenen Beziehung tatsächlich wieder entflammen und von einem Liebespaar als Chance gesehen werden, einander wieder mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung zu schenken.

Feel loved
Mashaal

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